Die Mannschaft „ist gewachsen“ Fußballfest gegen K'lautern
Sechs Tage vor dem „Ernstfall“, dem ersten Punktspiel in der Fußball-Regionalliga
Süd am nächsten Freitag gegen den SC Neukirchen, will Trainer Hans-Jürgen Boysen die
Offenbacher Kickers noch einmal einem "Test in allen Mannschaftsteilen" unterziehen.
Testobjekt ist kein geringerer als der Bundesliga-Tabellenführer 1. FC Kaiserslautern,
der heute um 14.30 Uhr auf dem Bieberer Berg gastiert.
Der Vorverkauf läßt auf eine stattliche Zuschauerkulisse bei diesem Fußballfest
schließen. Die Kickers sind motiviert, sich ähnlich gut wie bei der knappen
2:3-Niederlage gegen Champions League-Sieger Borussia Dortmund zu verkaufen.
„Das hat sich in den letzten Spielen und im Trainingslager abgezeichnet: Ein
großer Leistungsabfall zwischen einzelnen Spielern ist nicht mehr vorhanden, die
Mannschaft ist gewachsen; alle sind auf einem gleichen, guten Niveau“, sagt Boysen,
der einen Spieler besonders hervorhebt: „Mit Alexander Methfessel bin ich derzeit
sehr zufrieden, er hat sich voll reingekniet. Sein Leistungseinbruch war nachvollziehbar,
er hat zu unökonomisch gespielt, hatte in entscheidenden Szenen die notwendige
Kraft nicht mehr. Durch seine hohe Laufarbeit hatte er Mängel im Abschluß. Überhaupt
fehlte dem ganzen Kickers-Mittelfeld die letzte Konzentration vor dem Tor, der
„Killer-Instinkt“, obwohl viele Spieler unter den Torschützen waren. Auch durch die
Verpflichtung von Thomas Winter hoffe ich, daß dies nun besser wird.“
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„König Otto“ kehrt auf den Berg zurück Boysen: „Wir sehen den kommenden Meister“
Ein Hauch von meisterschaftsverdächtiger Fußball-Bundesliga weht am Samstag mal
wieder über dem Bieberer Berg in Offenbach. „König Otto“ Rehhagel tritt mit dem
Bundesliga-Spitzenreiter und designierten Deutschen Fußballmeister in der einst so
gefürchteten Arena von Kickers Offenbach auf. Der Grund: Ein Freundschaftsspiel mit
dem Anpfiff um 14.30 ist zwischen den beiden Traditionsklubs vereinbart worden.
Kaiserslautern als Tabellenerster auf dem Bundesliga-Gipfel – Kickers Offenbach als
derzeitiger Tabellendritter der Regionalliga Süd mit Aufstiegsambitionen in die 2.
Bundesliga.
„Gegen Kaiserslautern müßten eigentlich mehr als die 8 000 Zuschauer wie zuletzt beim
Testspiel gegen Borussia Dortmund kommen. Immerhin bekommen die Fans den kommenden
deutschen Fußballmeister zu sehen“, freut sich Offenbachs Trainer Hans-Jürgen Boysen
auf die willkommene Abwechslung. „Kaiserslautern hat das leichteste Restprogramm.
“Denn lang, lang ist es her, daß sich die Bundesliga-Prominenz ein Stelldichein bei
dem ehemaligen Klub von Otto Rehhagel gab. 1970 feierten die Kickers den vorerst
letzten Triumph der Vereinsgeschichte als Deutscher Pokalsieger mit dem 2:1-Erfolg
in Hannover gegen den 1. FC Köln.
Von da an gings beängstigend bergab auf und rund um den Bieberer Berg, wo die Wurzeln
des Bundesliga-Skandals zu finden waren.
Mit dem Spiel gegen Kaiserslautern soll der ernsthafte Anfang zur Rückkehr von
Offenbach ins Profi(t)geschäft gemacht werden. Das Spiel in Freundschaft ist ein
Härtetest und die Standortbestimmung für das Team von Trainer Boysen. Denn am nächsten
Freitag, 27. Februar, um 19.30 Uhr gegen den SC Neukirchen beginnt wieder der
Regionalliga-Alltag zum ersten Match nach der Winterpause.
Das Ziel ist klar definiert: Aufstieg in die 2. Bundesliga. Nur der Tabellenführer
SSV Ulm und Borussia Fulda stehen zur Zeit noch im Abstand von acht beziehungsweise
drei Punkten dazwischen. Aber Boysen warnt auch noch vor dem SV Waldhof, zumindest
im Kampf um Platz zwei, der zur Relegationsrunde berechtigt.
Die Offenbacher dürfen sich nicht nur auf ein Wiedersehen mit Otto Rehhagel, sondern
auch auf dessen Co-Trainer Reinhard Stumpf freuen, der lange Jahre für die Kickers
und die Sportvereinigung Dietesheim aktiv war. Nach dem Kickers-Zwangsabstieg 1989
wechselte er nach Kaiserslautern, landete nach mehreren Stationen nun wieder auf dem
Betzenberg.
Eine ähnliche Position wie damals Stumpf füllt jetzt Bernd Gramminger aus. Der 31
Jahre alte Abwehrspieler wurde vom Fußball-Fachblatt „kicker“ zum überragenden
Manndecker in der Regionalliga Süd bewertet. In der Rangliste vertreten sind auch
Keffel, Giersch, Winter, Methfessel und Oliver Roth.
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Stefan Simon weitere drei Jahre beim OFC
Ebenso wie Oliver Speth hat auch Mittelfeldspieler Stefan Simon seinen Vertrag bei
den Offenbacher Kickers um drei Jahre verlängert. Das gab Klaus Gerster, Technischer
Direktor des Fußball-Regionalligisten, gestern bekannt.
Bis auf die grippeerkrankten Lars Meyer und Thorsten Kruse hat Trainer Hans-Jürgen
Roysen seinen kompletten Kader für das Freundschaftsspiel am Samstag (14.30 Uhr)
gegen den 1. FC Kaiserslautern parat. Bei den „Roten Teufeln”, die in Bestbesetzung
erwartet werden, fehlen nur Nationalspieler Olaf Marschall (weilt in Oman) und
Nachwuchs-Star Marco Reich. Der U21-Nationalspieler zog sich einen Außenbandabriß
im rechten Sprunggelenk zu.
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Kickers sind gerüstet für den Profi-Fußball Keine Lizenzprobleme / Zahlreiche Umbauten
„Unser erklärtes sportliches Ziel ist die dritte Profi-Liga, die kommen wird – aber
wenn es mehr wird, nehmen wir es gerne mit“, beschreibt Klaus Gerster, Technischer
Direktor der Offenbacher Kickers, die Planungen des Vereins für die Zukunft. Wer
sich am Stadion Bieberer Berg umsieht, stellt fest: Die Weichen sind gestellt.
Zahlreiche Bauarbeiten sind im Gange.
Hinter der Stahlrohrtribüne wird die neue Anzeigentafel aufgebaut. Aufgrund des
Frostes konnte erst jetzt das Beton-Fundament gelegt werden. Daher ist die
Einweihung erst für das Heimspiel gegen TSF Ditzingen am Sonntag, 15. März,
geplant. Im Sommer wird eine neue Flutlicht-Anlage erstellt. Eine Umfrage unter den
etwa 120 Fans, die am Montag abend bei der Fanclub-Sitzung – zwölf neue Klubs seit
Weihnachten! – in der Kickers-Gaststätte anwesend waren, ergab eine 90prozentige
Zustimmung für eine neue Anlage mit vier Masten, die kostengünstiger in der Wartung
sein wird. Nur zehn Prozent stimmten für eine Sanierung der alten Anlage.
Weiterhin wird die Geschäftsstelle erweitert, auch ein Pavillon für Fan-Artikel und
den Kartenvorverkauf entsteht. Wichtig für die Treuesten der Treuen: Der Block 2
wird bis an den Spielfeldrand erweitert, die Holzsitze werden dort entfernt.
Gerster: „Dem großen Zuwachs der Fan-Gemeinde müssen wir entsprechend positiv
entgegenwirken. Durch unser wirtschaftlich gutes Ergebnis investieren wir ins Stadion,
um es freundlicher zu gestalten. Das bedeutet eine Investition von 800.000 Mark in
der Regionalliga, im Falle eines Aufstieges in die 2. Bundesliga erhöht sich der
Betrag auf etwa zwei Millionen Mark.“
Bis zum 2. März müssen die Kickers ihre Lizenz-Unterlagen beim DFB einreichen. „Die
wirtschaftliche Situation haben wir gemeistert“, freut sich Klaus Gerster, „unser
Ziel ist nun, so wenig Auflagen wie möglich zu erhalten.“
Der OFC wartet noch auf ein Signal vom Hessischen Fernsehen wegen der geplanten
Live-Übertragungen. Der HR verhandelt noch mit dem Süddeutschen Fußball-Verband, der
zustimmen muß, Vier Heimspiele sowie die Partie in Waldhof sind vorgesehen. Fest
steht bisher nur, daß das Spiel gegen Neukirchen definitiv am Freitag, 27. Februar,
stattfindet. In der Vorrunde wurde für eine Live-Übertragung 60.000 Mark gezahlt,
wobei der Heinverein 50 Prozent erhielt.
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OFC-Spieler müssen sich bis zur ersten Partie entscheiden Acht Verträge laufen aus / Boysen: „Habe Stamm-Elf im Kopf“
Die Offenbacher Kickers wollen bei ihrer Personalplanung für die nächste Saison
frühzeitig Nägel mit Köpfen machen. Nachdem bei Kapitän Oliver Roth und Abwehrspezialist
Kai-Uwe Giersch die Option für eine automatische Vertragsverlängerung gezogen wurde,
haben auch mit den acht übrigen Spielern, deren Verträge zum Saisonende auslaufen,
Gespräche während des Trainingslagers auf Zypern stattgefunden. Davon ausgenommen
war lediglich Thorsten Kruse, weil dieser zu lange verletzt war.
„Wir wollen alle Spieler halten“, versicherten Trainer Hans-Jürgen Boysen und sein
Assistent Stephan Groß. Daher wurde den OFC'lern Rene Keffel, Islam Ispir, Lars
Meyer, Patrick Dama, Eddy Walz, Günter Maier, Stefan Simon und Oliver Speth ein
Angebot unterbreitet. Unter der Bedingung allerdings, „daß sie sich spätestens bis
zum ersten Punktspiel gegen den SC Neukirchen, das am Freitag nächster Woche
stattfindet, entscheiden. Wenn sie bis dahin nicht dem OFC ihren Zuschlag gegeben
haben, müssen wir uns auf dieser Position nach einem neuen Spieler umschauen“, machte
Boysen deutlich, daß der OFC kaum zu Kompromissen bereit sein wird.
Als Grund für diesen frühen Termin nennt Boysen, daß er „volle Konzentration für die
restlichen 13 Saisonspiele“ verlangt. Und die sieht er bei Spielern, die mit einem
Wechsel liebäugeln, nicht gegeben. Eine Einigung gab es wohl bereits mit Keffel, Dama
und Speth.
Das Trainingslager auf Zypern habe seinen Zweck voll erfüllt, sagte Boysen. Man habe
hervorragende Bedingungen angetroffen, was Hotel, Essen, vor allem aber die
Platzverhältnisse anbelangte. Täglich wurde zweimal trainiert, nur an einem Nachmittag
war trainingsfrei. „Wir haben ein Pensum absolviert, das wir normalerweise in zwei
Wochen erledigen. Der einzige Wermutstropfen war der Kreuzbandriß des neu verpflichteten
Torwarts Andreas Clauß, der bei einem Hürdenlauf unglücklich landete und umknickte.
Schade, denn er hat sich hervorragend integriert und ist gut in der Mannschaft
aufgenommen worden“, zog Boysen Bilanz.
Nun blickt der Kickers-Coach nach vorne. Der „Dreikampf um Relegationsplatz zwei“
mit Fulda und Waldhof steht im Vordergrund, wobei erst das „Schlüsselspiel“ in Ulm
am 7. März weitere Schlüsse zuläßt.
Das Freundschaftsspiel am Samstag (15 Uhr) auf dem Bieberer Berg gegen den
Bundesliga-Tabellenführer 1. FC Kaiserslautern ist für Boysen die ernsthafteste
Standortbestimmung für den Punktspielauftakt, was die Mannschaftsaufstellung angeht.
„Der Kader ist von der Leistungsdichte her sehr ausgeglichen“, sagt Boysen, „aber
ich habe die erste Elf im Kopf. Allerdings kann es sich immer nur um eine momentane
Situation handeln, denn wir werden jeden Mann brauchen. Es liegt an jedem selbst,
sich in die Anfangsformation zu drängen. Auch das Spiel gegen Kaiserslautern wird
noch nicht der Weisheit letzter Schluß sein. Aber durch die Neuzugänge Vollmar und
Winter habe ich mehr Möglichkeiten. Sicher haben nur Keffel, Gramminger, Dama, Dolzer
und Kastner ihren Platz.“
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OFC schließt sich „Aktion Stefan“ an
Viele gingen mit gutem Beispiel voran. Am heutigen Dienstag (19 Uhr) schließen sich
die Offenbacher Kickers der „Aktion Stefan“ an und spielen im Obertshausener Stadion
zugunsten des schwer erkrankten Hausener Teutonia-Fußballers Stefan Schreiner. Im
Gegensatz zum Kaiserslauterner 6:0-Fußballfest vor zwei Wochen spielt heute
allerdings keine Stadtauswahl, sondern Bezirks-Oberligist Teutonia Hausen stellt
allein das Team.
Die Hausener hoffen auf eine entsprechende Kulisse, haben eine pralle Tombola
aufgebaut.
Bei den Gastgebern ist die Verletztenliste erheblich kleiner geworden, so daß die
Offenbacher Kickers schon auf einen geeigneten Testpartner treffen, der noch mit
Tabellenplatz zwei liebäugelt. Günther Schwartz von der Teutonia-Führung: „Auf alle
Fälle aber geht es um unseren Stefan.“
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Nach der Landung sofort zum Training Kickers morgen in Egelsbach
Ziemlich geschlaucht kehrten gestern die Offenbacher Kickers vom Trainingscamp auf
Zypern zurück. Zweimal Training pro Tag, das war etwas ungewohnt. Trainer Hans-Jürgen
Boysen aber sorgte dafür, daß es keine Rhythmus-Störung gab.
Nach der Landung um 14 Uhr wurde ab 15.30 Uhr auf dem Bieberer Berg wieder trainiert,
allerdings nur locker. Zur Müdigkeit bei der Ankunft dürfte aber auch der
Abschiedsabend auf Zypern beigetragen haben. Der Zapfenstreich wurde vom Trainer
erst auf zwei Uhr gelegt. Der letzte Tag im Trainingslager – so sieht er fast
bei allen Fußballteams aus.
Am morgigen Sonntag begeben sich die Kickers wieder auf die Teststrecke, spielen um
14 Uhr bei der SG Egelsbach. Am kommenden Dienstag (17. Februar, 18.30 Uhr) wird im
Obertshausener Stadion für die „Aktion Stefan“ gespielt. Am Fastnachts-Samstag dann
der Freundschaftshit auf dem Bieberer Berg gegen Bundesliga-Tabellenführer 1. FC
Kaiserslautern.
Bis auf Pechvogel Andreas Clauß (Kreuzbandriß), der für die weitere Rückrunde
ausfällt, waren nur Kai-Uwe Giersch, Eddy Walz und Thorsten Kruse (Leiste)
angeschlagen.
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Heiß auf die Rückrunde Treff der OFC-Fans am Montag
Die Fans der Offenbacher Kickers wollen ebenso gründlich vorbereitet in die
Rückrunden-Fortsetzung gehen wie die „Erste“. Deshalb ist für den kommenden Montag
(16. Februar, 19.30 Uhr) auf dem Bieberer Berg ein großer Treff angesetzt. Auf der
Tagesordnung: Vorstellung der neuen Fan-Clubs, Ausbau-und Umbaumaßnahmen am
Bieberer Berg, Aktion „Hilfe für Stefan“, Planung für das Auswärtsspiel in Ulm am
7. März, Probleme und Gefahren der „Light-Show“ am Bieberer Berg.
Als Gäste werden angekündigt: Oliver Speth, Wilfried Kohls, Klaus Gerster. Als
Termin für das Heimspiel gegen Neukirchen steht nach wie vor der 27. Februar
(freitags, 20 Uhr).
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Herr Wagner sollte öfters kommen
Betr.: Leserbrief von Herrn Wagner zum OFC-Publikum beim 2:3 gegen Dortmund.
Da auch ich (mit Freunden) das Spiel Dortmund/Kickers Offenbach live gesehen habe
und in meiner Brust auch zwei Fußballherzen schlagen (Dortmund und OFC), finde ich
die Ausführung des Herrn Wagner befremdlich.
Ich saß zwar auf der Haupttribühne, bin aber zur zweiten Hälfte, weil ich das
Feeling der OFC-Fans einmal live erleben wollte, auf die Stehtribühne der OFC-Fans
gewechselt. Wenn ich jünger wäre, würde ich nur noch auf die Stehplatztribühne der
OFC-Fans gehen. Es war für mich einfach toll. Das was Herr Wagner dort erlebt haben
soll, habe ich nicht erlebt. Auch ich stand inmitten von OFC-Fans und ich konnte
mit anhören, wie man das ganze Spiel gar nicht so ernst nahm. Die Zeiten, zu denen
Herrn Wagner das letzte Mal auf dem Fußballplatz gewesen ist und man Kinderlieder
sang „Eene meene Miste, einer geht noch in die Kiste”, usw. sind schon lange vorbei.
Die Sprache der Jugendlichen hat sich im allgemeinen verändert. Sie ist wesentlich
aggressiver und deutlicher geworden, was man anhand ihrer Zukunftaussichten ihnen
auch nicht verübeln sollte. Jede Zeit hat ihre Sprache.
Natürlich wurde die ganze Palette von Gesängen abgespielt, aber das gehört doch wohl
heute zu jedem Fußballspiel, ob Oberliga, Regionalliga, zweite oder erste Liga und
zu Spielen der Nationalmannschaft und zu Freundschaftsspielen.
Freundschaftsspiel heißt ja nun auch nicht, daß man deshalb die eigene Mannschaft
nicht anfeuern darf. Die andere Mannschaft ist immer der Gegner (auch wenn sie, wie
in diesem Fall dem OFC ein großen Gefallen getan hat und der Verein finanziell davon
profitiert).
Man könnte das Gebaren der Zuschauer bei einem Fußballspiel auch mit dem Verhalten
von Anwälten auf ihrem „Fußballplatz” (dem Gericht) vergleichen. Während des Verfahrens
vertreten sie die Interessen ihrer Mandanten und streiten sich wie die Kesselflicker,
nach Beendigung des Termins gehen Sie ein Glas Wein trinken.
Wäre Herr Wagner in der vorangegangenen Saison des öfteren einmal zu den Spielen des
OFC gegangen, hätte er gemerkt, wie toll sich die OFC-Fans in der Saison benommen
haben.
Anmerken möchte ich, daß mir allerdings der Gesang „Ihr seid Sch... wie die SGE”
auch nicht besonders gefällt. Der Gesang „Wir sind besser als die SGE” finde ich
angemessener. Auch den Gesang „hängt sie auf die schwarze Sau” finde ich fürchterlich.
Vielleicht fällt aber den nicht einfallslosen OFC-Fans bald ein humanerer, aber doch
treffender Song für miserable Schiedsrichterleistungen ein.
Ironisch möchte ich anmerken, daß kein OFC-Fan volle Bierdosen oder Flaschen als
Wurfgeräte benutzt, er trinkt sein Bier lieber und wirft (wenn überhaupt) erst dann.
Aber auch dies konnte ich nicht beobachten.
Wären die Fans vom OFC nicht, hätte der OFC auch nicht so viele Freunde, die die
Stimmung auf dem Bieberer Berg einfach genießen und von ihr mitgerissen werden.
Marina Seitz, 63065 Offenbach
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Auftakt mit 2:1 gelungen
Die Hälfte des Aufenthalts im einwöchigen Trainingscamp der Offenbacher Kickers auf
Zypern ist bereits vorüber. Bei herrlichem Touristenwetter gab es zum Auftakt gegen
den Erstligisten Apollon Limassol einen Offenbacher 2:1-Sieg, den Dirk Vollmar und
der Ex-Reutlinger Thomas Winter herausschossen. Bis zur 85. Minute stand es noch
1:1. Für den heutigen Dienstag haben sich die Kickers einen leichteren
Trainings-Partner herausgesucht.
Trotz der beiden Spiele: Das Trainingsprogramm wird voll durchgezogen. Von der
Vier-Sterne-Unterkunft „Elias Beach & Country Club” geht es täglich von der
Mittelmeerküste zum acht Kilometer entfernten Trainingsplatz im Inneren der Insel.
OFC-Trainer Stephan Groß: „Die Trainingsbedingungen hier sind super. Ein weiterer
Grund für die gute Stimmung in der Mannschaft.” Der Trainingsplatz wird als
„traumhaft” bezeichnet. Vom OFC-Kader haben nur Stefan Schummer (berufliche Gründe)
und Kim Wunderlich (erneut verletzt) die Reise nicht antreten können. Zwei Spieler
kamen wegen Verletzung in Limassol nicht zum Einsatz: Michael Hartmann und Paul
Koutsoliakos.
Toll die Stimmung bei den mitgereisten OFC-Fans, die auf Schritt und Tritt hautnah
dabei sind. Während es bei den meisten Trainern in solchen Fällen ein Tabu gibt,
veranstaltet hier Trainer Hans-Jürgen Boysen „Tage der offenen Türen”. Die Fans
danken's ihm.
Bereits am Freitag um 10.50 Uhr sitzen die Kickers wieder im Flieger, wollen gegen
14 Uhr auf Rhein-Main weich landen.
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HR 3 setzt auf Zugkraft des OFC Kooperationsvertrag ausgearbeitet
Die Verantwortlichen des Hessischen Sportfernsehens (HR 3) sind auf den
OFC-Geschmack gekommen. Nach erfreulichen Einschaltquoten bei Live-Übertragungen der
Offenbacher Kickers sollen nun Nägel mit Köpfen gemacht werden. HR 3 hat mit dem OFC
einen Kooperationsvertrag ausgearbeitet, der den Kickers etwa 250 000 Mark in die
Kasse bringen dürfte. Geplant: Live-Übertragungen fast aller Rückrunden-Heimspiele
der Kickers. Vorausgesetzt: Die Kickers bleiben weiter im Aufstiegsrennen der
Fußball-Regionalliga Süd. Derzeit führt der SSV Ulm mit 43 Punkten vor Fulda (38) und
Offenbach (35). So das neue Tabellenbild nach dem Konkurs des FC Hessen Kassel.
Platz zwei berechtigt bekanntlich zur Aufstiegs-Relegation. Eine Zustimmung zur neuen
Zweisamkeit Kickers/HR 3 fehlt allerdings noch: Der Süddeutsche Fußball-Verband muß
sein Jawort geben.
Bereits das erste Heimspiel der Rückrunden-Fortsetzung gegen den SC Neukirchen soll
in die hessischen Fernseh-Stuben gelangen. Dazu müßte das Spiel aber vom „geliebten”
Flutlicht-Freitag (27. Februar) auf den Sonntag (1. März, 18 Uhr) verlegt werden.
Diese Sonntags-Regelung gilt übrigens für alle OFC-Spiele, die HR 3 übertragen möchte.
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Mainz testen und dann nach Zypern OFC heute in Trebur gegen Zweitligisten
Die Offenbacher Kickers wagen sich auf ihrer Teststrecke am heutigen Mittwoch wieder
einmal an einen klassenhöheren Gegner heran. Um 18.30 Uhr wird in Trebur
(Autobahnabfahrt Rüsselsheim Ost) gegen den Zweitbundesligisten FSV Mainz 05
gespielt, der ebenfalls nur einen kurzen Anreiseweg hat. Der derzeitigen Eiseskälte
entfliehen die Kickers dann am kommenden Freitag;, Um 14.50 Uhr geht es ab
Rhein-Main nach Larnaca (Zypern) ins einwöchige Trainingslager.
Für das Spiel gegen Mainz verordnet OFC-Trainer Hans-Jürgen Boysen deswegen keine
Zurückhaltung, fordert volles Engagement: „Egal, wie die äußeren Bedingungen sind,
wir wollen uns an einem starken Gegner echt messen, wollen einen Achtungserfolg A la
Dortmund erreichen,” Die Mainzer liegen genau in der Tabellenmitte der Zweiten
Bundesliga, allerdings der Abstiegszone näher als der Spitze.
Im Kickerslager hat Torwart Rene Keffel seine Grippe auskuriert, steht heute im
Kickers-Gehäuse. Mit Andreas Clauß aber ist ein guter zweiter Hüter zu den Kickers
gewechselt, der sich gegen Dortmund (2:3) und gegen den FC Homburg (1:0) bewährte.
Vor dem Kickerstor aber sieht es heute etwas kritischer aus. Libero Stefan Dolzer
wird erst in Zypern wieder voll einsteigen und Bernd Gramminger muß Blessuren
auskurieren, ebenso Günther Maier. Verletzt weiterhin: Thomas Winter und Alexander
Methfessel. Stürmer Dirk Vollmar klagt über Bauchdecken-Beschwerden. Stefan Simon
(verletzt) fehlt weiterhin, wird sich aber in Zypern für die Rückrunden-Fortsetzung
warmlaufen. Mit Sicherheit ist heute wieder Goran Skeledzic dabei.
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Testspiele mit hohem Wert Kickers zweimal im Einsatz / TV-Gelder reduziert
„Diese Testspiele haben für mich einen hohen Stellenwert und sind nicht nur als
lockere Trainingseinheit anzusehen”, bekräftigte Trainer Hans-Jürgen Boysen von den
Offenbacher Kickers den „Doppel-Spieltag” heute (14.30 Uhr) in Rohrhof bei
Schwetzingen und morgen (14 Uhr) bei der Spvgg. Bad Homburg. Für Boysen geht es
darum, daß sich seine Mannschaft einspielt und er sich einen Eindruck verschaffen
kann, wer auf welcher Position am besten zurechtkommt. Verzichten muß er dabei noch
auf die verletzen Stefan Dolzer und Stefan Simon.
Rohrhof spielt zwar nur in der Bezirksliga, ist aber mit vielen ehemaligen
Oberligaspielern bestückt und steht vor einem Durchmarsch nach oben. Herbert Schäty
als alter Kickers-Kenner wird als Trainer die Bad Homburger Landesligisten bestimmt
gut einzustellen wissen.
Einen Rückschlag für die Aufstiegsambitionen erhielten die Kickers wie alle Bundesligavereine
durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB). Die Vereine müssen in ihren Finanzplänen für
die kommende Saison erhebliche Mindereinnahmen bei den Fernsehgeldern einkalkulieren.
Sie betragen für jeden Bundesligisten rund drei Millionen Mark und für die
Zweitligisten jeweils 1,5 Millionen Mark. Außerdem sind trotz der sich abzeichnenden
Einigung mit der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) „alle Kosten für die Jahre
1995, 1996 und 1997” im Überprüfungsverfahren anzusetzen.
„Bei den TV-Einnahmen entfallen die Gelder aus dem Europapokal-Vertrag und aus dem
Premiere-Vertrag über Pay-TV. Er läuft zum Saisonende aus. Es gibt noch keinen
Nachfolgevertrag”, erklärte Wolfgang Gersmann vom DFB-Ligaausschuß. Deshalb können
die Zweitliga-Klubs nicht mehr wie bisher von 4,2 Millionen Mark, sondern nur noch
von 2,7 Millionen Mark TV-Gelder ausgehen. Davon betroffen sind auch die Aufsteiger
aus der Regionalliga. Dort hoffen die Spitzenklubs, mit Hilfe der TV-Gelder ihre
Schuldenberge in der 2. Liga abtragen zu können.
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Beschämende OFC-Fans
Betr.: Verhalten der Kickers-Fans gegen Dortmund.
War seit längerer Zeit wieder einmal auf dem Bieberer Berg und hatte mich so sehr
darauf gefreut. Kannte daher bei den Spielen nicht die Probleme einiger Fan-Clubs
und deren Benehmen. Ich war erschüttert über das Umfeld, denn ich stand richtig
umringt von OFC-Fans auf der Stehtribüne. Was da für Schimpfwörter gefallen sind
gegen die Dortmunder, mit vielen Nationalspielern angetreten, war beschämend.
Schon bei der Begrüßung, so wie beim ganzen Spiel, fielen Wörter von Jugendlichen
(die Fans sein wollen), die nicht im Duden stehen. Das hat der OFC nicht verdient.
Es wurde im ganzen Spiel kein gutes Haar an den Dortmunder Spielern gelassen, ältere
Zuschauer und ich schüttelten nur den Kopf.
Ich habe mich öfters umgedreht und geschaut und mich gefragt, wo bin ich denn hier:
Auf dem Sportplatz oder in einer Saufkneipe, wo lauter Besoffene und Asoziale herumschreien ?
Wo sind denn die schönen Zeiten geblieben, wo auch der Gegner noch respektiert wurde
und für seine guten Spiele mit Beifall und nicht mit Pfiffen honoriert wurde ?
Es war ein sehr gutes Spiel von beiden Mannschaften. Man hätte beide Mannschaften
mit Respekt verabschieden müssen, nicht die Dortmunder auspfeifen und beim Einstieg
in den Bus anpöbeln sollen. Außerdem sollte man keine Büchsen und Flaschen mit Bier
als Wurfgeräte benutzen. Diese gehören nicht auf den Fußballplatz und müßten
verboten werden.
Norbert Wagner
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„Mannschaft heiß auf die Borussia” Dortmunder kommen mit allen Assen
Mit dem Duell gegen den angeknacksten Bundesligisten Borussia Dormund eröffnen die
Offenbacher Kickers am heutigen Samstag (14.30 Uhr) auf dem Bieberer Berg ihre
Testserie im Freien. Wie zugkräftig der amtierende europäische „Champ Nr. l” ist,
wird erst das Geschäft an der Tageskasse erweisen. Zumal die Kickers am Sonntag
(14 Uhr) noch das Duell gegen den FC Homburg (Tabellenführer der Regionalliga
West/Südwest) anpreisen. Aufgepaßt: Möglicherweise werden die Homburger ein
Aufstiegs-Gegner der Kickers, nämlich dann, wenn der OFC in der Regionalliga Süd das
Rennen um Platz zwei gewinnt (für Rang eins steht zur Stunde nur der SSV Ulm zur
Debatte).
Kickers-Trainer Hans-Jürgen Boysen zum Auftritt gegen Dortmund: „Die Mannschaft ist
heiß, die Freude auf das Spiel spürbar. Gegen solch einen Gegner braucht man kein
Motivationskünstler zu sein. Für die Zuschauer sicher eine attraktive Sache, zumal
wir praktisch alle Dortmunder zu Gesicht bekommen, da die Borussen am 30. Januar in
Bochum schon wieder um Bundesliga-Punkte spielen müssen.”
Um Punkte standen sich die Kickers und die Dortmunder letztmals am 23. März 1984 auf
dem Bieberer Berg gegenüber. 0:0 hieß es damals. Kurz zuvor war damals Hermann Nuber
als Interimstrainer für Lothar Buchmann eingesprungen, konnte den OFC-Abstieg zur
zweiten Bundesliga nicht verhindern.
Die heißeste Prunkteschlacht OFC/Borussia dürfte der mittleren und älteren Generation
noch in Erinnerung sein. Im Neulingsjahr schlugen die Kickers am 7. Dezember 1968
die Dortmunder mit 4:3, wobei die Dortmunder 2:0 führten. Nach der Pause brachten
Roland Weida und Dieter Koulmann (je 2) die Kickers 4:2 in Führung. Längst natürlich
selige Nostalgie...
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Närrischer Anstoß zum Schlager auf dem Bieberer Berg "Prinzens" eröffnen gegen Borussia
Die hiesigen Fußballfans können sich am Wochenende über mangelnde Bundesligakost
nicht beklagen. Seit sich die Wege der Frankfurter Eintracht mit der deutschen Elite
nicht mehr kreuzen, ist Spitzenfußball im Rhein-Main-Gebiet zur Rarität geworden.
Da kommt direkt Freude auf, wenn sich am morgigen Samstag (14.30 Uhr) Borussia
Dortmund und Bayern München zeitgleich „vor der Haustür” vorstellen. Die angeknacksten
Borussen sind bekanntlich Gast der Offenbacher Kickers auf dem Bieberer Berg, die
Bayern kommen vom Trainingslager aus Sardinien nach Aschaffenburg, spielen dort gegen
eine „sehr verstärkte” TG Ober-Roden, die ihr 90jähriges Jubiläum feiert. Wer es
doppelt liebt: Am Sonntag (14 Uhr) stellt sich der FC Homburg, Tabellenführer der
Regionalliga West/Südwest, auf dem Bieberer Berg vor. Ein reizvoller Vergleich.
Bei den Kickers dürfte sich der größte Wunsch des Trainers Hans-Jürgen Boysen erfüllen:
„Nur kein witterungsbedingter Spielausfall.” Es sieht eher nach „Glühwein-Wetter” aus.
Den Auftakt (Anstoß) auf dem Bieberer Berg macht Offenbachs Prinzenpaar, Christina
I. und Peter IV. Die Musik spielt auch dazu: Rumpenheims Schloßgarde begleitet die
„Prinzens”. Zum Vorprogramm spendiert Kickers-Ausrüster Nike International Caps und
Fähnchen.
In Aschaffenburg verstärkt sich Gastgeber TG Ober-Roden gegen Bayerns Starparade mit
fünf Spielern der heimischen Viktoria sowie je einem Spieler des FSV Frankfurt, FV
Eppertshausen, TSV Langstadt und Germania Ober-Roden. Chefcoach dieser lokalen Mischung
ist Hans-Peter „Bubu” Knecht, unterstützt von Hartmut Puntheller und Harald
Goldammer. Die TG Ober-Roden meldete zur Wochenmitte: „Ausverkauft”.
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Borussia-Generalprobe für das Ruhr-Derby in Offenbach Samstag (14.30 Uhr): Ein Hauch von Bundesliga über dem Bieberer Berg
Noch sind sie Europas „Champions”, die Schwarz-Gelben der Dortmunder Borussia. Sogar
eine Verteidigung dieses gigantischen Titels ist nicht ganz auszuschließen. In der
Bundesliga 97/98 freilich führt der Traditionsklub ein tristes Dasein. Nur vom
schiefen Haussegen zu sprechen, hieße die Sache sogar noch zu verniedlichen. Dennoch:
Ein Starklub sind sie allemal, die Borussen. Am 30. Januar beginnt für sie die
Rückrunden-Fortsetzung der Bundesliga mit dem Ruhr-Schlager beim VfL Bochum. Nur noch
ein paar Tage also sind's...
So gesehen ist also selbst die Generalprobe der Dortmunder ein Hit. Und die wird am
kommenden Samstag (14.30 Uhr) auf dem Bieberer Berg dargeboten: Kickers gegen
Borussia ! Ein Freundschafts-Schlager der besonderen Art. Möglich gemacht in erster
Linie durch Klaus Gerster, der einst auch in Dortmund als Manager die Puppen tanzen
ließ, mittlerweile in Offenbach das Sagen hat.
In sechs Offenbacher Bundesliga-Jahren waren die Duelle gegen die Dortmunder immer
Höhepunkte auf dem Bieberer Berg. Längst trennen beide Klubs Welten. Für die Kickers
ist der Samstags-Auftritt deshalb weit mehr als nur ein Freundschaftskick. OFC-Trainer
Hans-Jürgen Boysen: „Wir hoffen auf eine gute Zuschauer-Resonanz und auf alle Fälle
auf den Wettergott. Aber so wie es zur Zeit aussieht, steht diesem Spiel nichts im
Wege. Ein Ausfall wäre sehr bedauerlich. Borussia Dortmund bekommt man nämlich nicht
alle Tage.”
Die Kickers müssen am Wochenende sogar eine Doppelschicht fahren, denn bereits am
Sonntag (14 Uhr) stellt sich mit dem FC Homburg der Tabellenführer der Regionalliga
West/Südwest bei den Kickers vor. Hans-Jürgen Boysen: „Natürlich kommt das Spiel gegen
Dortmund terminlich etwas zu früh, weil wir erst ein paar Tage im Freien trainieren,
vorwiegend Laufschule absolvierten. Dennoch wollen wir ein ordentliches Spiel abliefern,
hoffen auf einen Achtungserfolg und besonders am Samstag auf Sonnenschein.”
Personelles aus dem Kickers-Lager: Stefan Simon fällt wegen nicht verheilter Wunde
aus. Aber auch Libero Stefan Dolzer muß gegen Dortmund wegen Verletzung (Probleme im
Sprunggelenk) passen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird Paul Koutsoliakos den
Liberopart übernehmen. Ohnehin ein Wunsch vieler Fußballer um und über 30: Libero.
Seinen Einstand am Bieberer Berg gibt gegen die Borussen Thomas Winter, in der
Weihnachtszeit vom SSV Reutlingen angeheuert. Er soll den Kickers-Angriff stärker
machen. Dies ist bereits Dirk Vollmar gelungen, der seit dem 28. November 1997 für
den OFC stürmt. Die Kickers haben also für die Rückrunden-Fortsetzung der Regionalliga
(am 27. Februar gegen SC Neukirchen) einiges getan. Hans-Jürgen Boysen: „Wichtig für
Neuzugänge ist auch der zwischenmenschliche Bereich, daß sie gut bei der Mannschaft
ankommen. Sportlich sind wir natürlich von Vollmar und Winter gleichermaßen überzeugt.
Vollmar hat es bereits bewiesen.”
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OFC stellt Antrag auf Nachprüfung
Die Offenbacher Kickers lassen Worten Taten folgen. Fristgerecht wird in dieser Woche
ein „Antrag auf Nachprüfung” beim süddeutschen Fußball-Verbandsgericht eingereicht.
Die Kickers wollen sich nicht mit dem „Kasseler Urteil” abfinden, wonach alle
seitherigen Spiele des nordhessischen Pleite-Klubs in der Regionalliga Süd aus der
Wertung genommen werden. „Zumindest die Vorrunden-Wertung hätte bestehen bleiben
müssen”, argumentiert OFC-Präsident Lothar Winkler, der auch einräumt, daß eine
total gerechte Lösung nur schwer zu finden ist.
Von Verbands-Vorderen werden den Kickers äußerst geringe Chancen eingeräumt. Dies
stört Dr. Winkler nicht: „Wir haben aus Reihen der Regionalligaklubs massive
Unterstützung. Der Verband kann keine ,Lex Kassel' machen. Es geht auch nicht alleine
um uns. Erst am Saisonende wird man genau wissen, ob jemand bestraft worden ist und
ob der Fall Kassel überhaupt Einfluß auf den Endstand hat.”
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Fußball-Verband zieht Kickers drei Punkte ab OFC will Entscheidung vor Gericht aufheben lassen
Die Offenbacher Kickers werden wieder einmal vor das Verbandsgericht des Süddeutschen
Fußball-Verbandes (SFV) ziehen. Dort wollen die Kickers einen Beschluß des SFV-Präsidiums
aufheben lassen. Wie SFV-Geschäftsführer Hans Scheuerer gestern bekannt gab, werden
den Vereinen der Regionalliga Süd nach dem Rückzug des FC Hessen Kassel endgültig alle
errungenen Punkte abgezogen. Diesen Beschluß faßte das Präsidium des Verbandes in einer
mehrstündigen Sitzung am Wochenende. Die Offenbacher Kickers und der SV Wehen hatten
vorsorglich schon vergangene Woche Einspruch gegen einen vorläufigen Beschluß aus dem
Dezember eingelegt.
„Alle Vereine haben nun eine Woche Zeit, Einspruch einzulegen. Wenn dies der Fall ist,
kommt es vor dem Verbandsgericht zu einer Verhandlung”, erklärte Scheuerer gestern.
Die Entscheidung fiel dem Präsidium nicht leicht. Lange wurde in der Sitzung diskutiert,
ob der Punktabzug die Meisterschaft beeinflussen darf. „Wir haben uns gegen eine
Ausnahmereglung entschieden, weil wir in dieser Saison keine Spezial-Lex wollen und
alle anderen Regionalverbände diesen Passus auch nicht in der Satzung verankert haben”,
erklärte Scheuerer.
In der Praxis könnte folgender Fall eintreten: Der SSV Ulm wird mit einem Punkt Vorsprung
Meister vor Fulda oder Offenbach. Dann hätte der Punktabzug für Fulda (3:2-Sieg
gegen Kassel) und Offenbach (3:1-Sieg) die Meisterschaft zugunsten der Ulmer
(0:0 gegen Kassel) entschieden. „Eine unglückliche Konstellation”, auch für Scheuerer.
Vizepräsident Wilfried Kohls hat bereits vor dem gestern veröffentlichten
Präsidiumsbeschluß angekündigt, daß der OFC auf jeden Fall vor das Verbandsgericht
ziehen wird. Selbst den Gang vor ein Zivilgericht schloß Kohls nicht aus.
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Kickers wollen drei Punkte vor Gericht retten Heute Entscheidung vom Verband
Wird die Meisterschaft und der Aufstieg in der Regionalliga Süd am Grünen Tisch oder
gar vor Gericht entschieden ? Nach dem Rückzug von Hessen Kassel will der
Süddeutsche Fußball-Verband (SFV) alle Spiele der Kasseler aus der Wertung nehmen.
Nutznießer wäre Tabellenführer SSV Ulm (44 Punkte), der nach einem 0:0 nur einen
Punkt abgezogen bekommt, während die Verfolger Kickers Offenbach (38) und Borussia
Fulda (41) für ihre Siege drei Punkte abgeben müssen. Soweit wollen es die Kickers
nicht kommen lassen und haben gegen diesen Vorstandsbeschluß – der war nötig geworden,
weil in der Satzung kein derartiger Fall berücksichtigt ist – vom Dezember 1997
Einspruch beim Verbandssportgericht eingelegt. Ziel der Kickers-Beschwerde: Alle
Punkte gegen Kassel werden beibehalten.
Die Verhandlung wird noch vor dem ersten Spieltag 1998 stattfinden. Wenn der Verband
nicht schon vorher seinen Beschluß revidiert. Denn auf der Rückrundenbesprechung am
Samstag in Darmstadt wurde stundenlang über den Fall FC Hessen Kassel diskutiert.
Nach Abschluß der Tagung gingen die Vorstandsmitglieder nochmals in Klausur. Die
Entscheidung, wie die bisherigen Kasseler Spiele gewertet werden, soll heute
bekanntgegeben werden. Wie durchsickerte, wird es zunächst beim Vorstandsbeschluß
bleiben. Als Alternative ist aber ein Zusatzbeschluß möglich, daß der Kasseler
Rückzug keinen Einfluß auf Meisterschaft und Aufstieg haben darf.
OFC-Präsident Dr. Lothar Winkler, „Vize” Wilfried Kohls und Manager Klaus Gerster
hatten die Argumente der Kickers den Vereinsvertretern dargelegt. „Viele Vereine
wußten gar nicht, daß der Rückzug von Kassel die Meisterschaft entscheiden kann”,
sagte Kohls.
Aber auch die Offenbacher Vertreter wurden mit einleuchtenden Gegenargumenten
konfrontiert. So führte Darmstadts Vertreter Wiesinger an, daß nach dem Rückzug von
Kassel nur noch 17 Vereine die Meisterschaft ausspielen und demnach auch nur die
Ergebnisse dieser 17 Mannschaften untereinander gewertet werden dürfen.
Über die sportlichen Folgen des Rückzugs wurde lange diskutiert, da blieb für die
wirtschaftlichen Konsequenzen keine Zeit mehr. Den Kickers fehlen durch das
ausgefallene Heimspiel (Kohls: „Wir wollen an diesem Wochenende, 27. – 29. März, ein
attraktives Freundschaftsspiel in Offenbach austragen”) rund 150 000 Mark Einnahmen.
Eine kleine Entschädigung wird vom Verband kommen, der die einbehaltene zweite Rate
der Kasseler Fernsehgelder (rund 120 000 Mark) verteilen kann. Entweder erhalten
alle Vereine den gleichen Teil, oder das Geld wird nur unter Vereinen aufgeteilt,
die kein Heimspiel gegen Kassel hatten.
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Nur zwei Spiele unter Flutlicht Zwei OFC-Heimspiele am Sonntag
Das vielgerühmte „Feeling Bieberer Berg” wird in der Regionalliga-Rückrunde auf ein
Minimum zusammenschrumpfen. Bei der Terminbesprechung der Regionalligisten konnten
die Vertreter der Offenbacher Kickers für ihre sechs Heimspiele lediglich zwei
Freitag-Termine retten. Nur die Heimspiele gegen Neukirchen (27. Februar) und den
Karlsruher SC (8. Mai) werden zur gewohnten Zeit, Freitagabend, 19.30 Uhr, angepfiffen.
Viermal müssen die Kickers auf Sonntag (zweimal 18.00 Uhr), Ostermontag (13. April)
und Donnerstag (21. Mai) ausweichen. Das siebte Heimspiel muß nach dem Rückzug von
Kassel ausfallen.
Das zweite Heimspiel im Jahr 1998, gegen die TSF Ditzingen, mußten die Kickers auf
Sonntag, 15. März, 18.00 Uhr, verlegen, weil sie am Mittwoch zuvor (11. März) das
Nachholspiel bei den Amateuren des FC Bayern München austragen. Das Hessen-Derby
gegen Darmstadt 98 findet am Ostermontag (13. April, 18.00 Uhr) statt, weil das
Hessische Fernsehen eine Live-Übertragung plant. Gegen den SV Wehen (26. April,
18.00 Uhr) müssen die Kickers auf Anordnung des Verbandes in den sauren Sonntags-Apfel
beißen. Mindestens ein hessischer Verein muß sonntags spielen. Da Fulda und Neukirchen
auf ihren Samstagsterminen bestanden haben, hat es die Kickers erwischt. Da die
letzten beiden Spieltage geschlossen ausgetragen werden, erwarten die Kickers am
Donnerstag, 21. Mai (Feiertag Himmelfahrt), um 16.00 Uhr, Borussia Fulda zum letzten
Saisonspiel.
Bereits drei Tage später, am 24. Mai, beginnt die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga,
die im Modus jeder gegen jeden und nicht auf neutralen Plätzen ausgetragen wird.
Jeder der drei Teilnehmer hat ein Heimspiel (mit allen Einnahmen) und ein Auswärtsspiel.
Im ersten Spiel hat der Tabellenzweite der Regionalliga Süd Heimrecht gegen den
Zweiten der Regionalliga West/Südwest. Sein zweites Spiel absolviert der Süd-Zweite
beim Nord-Vertreter. Verliert der Süd-Vertreter das erste Spiel, muß er bereits am
30. Mai im Norden antreten; als Gewinner von Spiel eins erst am 6. Juni. Der Sieger
dieser Dreier-Runde steigt in die 2. Bundesliga auf.
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